100 Jahre Leichtathletik in Diez

 

Vor rund 100 Jahren dürfte es auch in Diez die ersten Leichtathleten gegeben haben, auch wenn das nicht dokumentiert ist. Fest steht jedoch, dass der noch junge Sport im 1921 gegründeten Diezer Turn- und Sportklub eine Heimstatt hatte. Zwei Jahre später wechselten die Leichtathleten und Fußballer dieses Vereins zum gleichfalls neu gegründeten VfB 1923 Diez.

Im  Jahr 1927 trat der Zahnarzt Dr. Albrecht dem Verein bei und wurde zum „Vater der Diezer  Leichtathletik“. Bereits ein Jahr später rief er die Oranien-Kampfspiele ins Leben, die im Jahr 2012  zum 64. Mal vom Diezer TSK Oranien ausgerichtet werden. Dieses Sportfest erfreute sich schnell  großer Beliebtheit und war deutschlandweit bekannt. Während des 2. Weltkrieges und in den  ersten 20 Jahren danach fanden sie nicht statt, aber sie sind dennoch die älteste Traditionsveranstaltung im Gebiet des Leichtathletik-Verbandes Rheinland. Dr. Heymann selbst  förderte die Diezer Leichtathleten bis in die Mitte der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Auch der Verfasser machte seine ersten Leichtathletikschritte unter ihm.

In der Zeit unmittelbar vor dem Krieg gehörten zwei Diezer Leichtathleten zur deutschen Spitzenklasse. 1939 wurde Alwin Crecelius deutscher Vizemeister im 3000 m Hindernislauf in 9:41,8 Minuten, einer Zeit, die noch heute Kreisrekord im Rhein-Lahn-Kreis ist. Dr. Denker wurde  1938 Fünfter und 1939 Sechster bei den deutschen Titelkämpfen im Zehnkampf. Nach Kriegsende  waren die heimischen Leichtathleten vor allem im TuS Diez aktiv. Anfang der 50er Jahre gab es  den ersten größeren Aufschwung. Vor allem der Langstreckler Werner Otto kam zu zahlreichen  regionalen Erfolgen. Peter Waltje wurde 1954 deutscher B-Jugendmeister im Waldlauf und vier  Jahre später Vizemeister im 400 m-Hürdenlauf bei den deutschen Juniorenmeisterschaften in 54,6  Sekunden. Auch diese Zeit ist heute noch Kreisrekord. 1971 kam es im LAZ Diez/Altendiez zu einem ersten Zusammenschluus in der heimischen Leichtathletik. Bereits vier Jahre später traten auch die Leichtathleten aus Niederneisen und Holzheim dem neuen Leichtathletik-Zentrum bei, das fortan als LAZ Lahn-Aar-Diez einen guten Namen hatte. Zwei junge Athletinnen wurden zum Aushängeschild: Andrea Hummernick (später Brückmann bzw. Meloni) und Corinna Schranz. Unter Dr. Wolfgang Schaefer, der seit 1978 das Wettkampfgehen besonders förderte, wurde Andrea Hummernick deutsche Jugendmeisterin im  5000 m-Bahngehen. Sie avancierte schnell zu einer der besten deutschen Geherinnen, die bis  2004 aktiv war und es zwischen 1988 und 1992 sowie 1998 und 2002 zu 18 Einsätzen in der deutschen Nationalmannschaft brachte, darunter 1991 bei den Weltmeisterschaften in Tokio.

Bis 2003 gewann sie fünf weitere deutsche Titel bei den Frauen und Seniorinnen. Corinna Schranz  wurde 1989 deutsche Jugendmeisterin im 15 km Straßenlauf und wurde im gleichen Jahr zweimal in die deutsche Junioren-Nationalmannschaft berufen. Das vorerst letzte Kapitel der Diezer Leichtathletik begann 1993 mit der Gründung des Diezer TSK Oranien, der sich damals vom TuS Diez abspaltete und dem alle damals aktiven Leichtathleten  beitraten. Diese wollten den neuen Verein Diezer TSK Oranien bekannt machen und starteten daher nicht mehr im LAZ. Philipp Kahrmann wurde 1994 deutscher Senioren-Vizemeister im Kugelstoßen der Klasse M 60. Aber vor allem die Geherinnen verbreiteten unseren Namen durch zahlreiche Starts in ganz Deutschland. Neben Andrea Meloni ist vor allem unsere Seniorin Ursula Herrendoerfer hervorzuheben, die in den letzten Jahren zahlreiche nationale und internationale Meisterschaften gewann.

Dr. Wolfgang Schaefer  

 

Leichtathletik

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